Garnacha verstehen: Die Seele des Priorat
Wenn das Priorat eine Seele hat, dann spricht sie durch Garnacha. International als Grenache bekannt, ist diese uralte mediterrane Rebsorte seit Jahrhunderten in den steilen, schieferbedeckten Hängen des Priorat verwurzelt. Obwohl sie in Südfrankreich, Spanien und darüber hinaus angebaut wird, drückt sich Garnacha nirgendwo mit derselben Tiefe, Intensität und mineralischen Reinheit aus wie in diesem kleinen Winkel Kataloniens.
Eine tiefe Geschichte im Priorat
Die Geschichte der Garnacha im Priorat reicht bis ins Mittelalter zurück, als Kartäusermönche im zwölften Jahrhundert erstmals Weinberge rund um das Kloster Scala Dei anlegten. Diese Mönche erkannten, dass das raue, felsige Terrain --- für die meisten Kulturpflanzen unwirtlich --- ideal für den Weinbau geeignet war. Garnacha, mit ihrer natürlichen Widerstandsfähigkeit und Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit, war eine der ersten Sorten, die hier Fuß fasste.
Im Laufe der Jahrhunderte erweiterten Generationen von Bauern die Rebflächen über die steilen Hänge und engen Täler der Region. Viele der Garnacha-Reben, die heute noch Wein produzieren, wurden vor fünfzig, sechzig oder sogar achtzig Jahren gepflanzt. Diese alten Reben, auf Katalanisch vinyes velles genannt, gelten als lebende Schätze. Ihre knorrigen Stämme und tiefen Wurzelsysteme erzeugen winzige Mengen an Trauben mit außergewöhnlicher Konzentration und Komplexität.
Wenn Winzer von alter Garnacha aus dem Priorat sprechen, meinen sie etwas, das nicht reproduziert werden kann. Es dauert Jahrzehnte, bis eine Rebe die nötige Wurzeltiefe und das Gleichgewicht entwickelt hat, um Trauben dieser Güte hervorzubringen. Abkürzungen gibt es nicht.
Warum Garnacha auf Llicorella gedeiht
Das Geheimnis des Erfolgs der Garnacha im Priorat liegt weitgehend im Boden. Die charakteristische Llicorella der Region --- eine geschichtete Kombination aus Schiefer und Quarz --- schafft Wachstumsbedingungen, die die Rebe auf genau die richtige Weise herausfordern.
Llicorella leitet Wasser schnell ab und verhindert, dass die Wurzeln in Feuchtigkeit stehen. Gleichzeitig ermöglichen die zerklüfteten Schieferschichten den Wurzeln, tief in die Erde vorzudringen --- manchmal bis zu 15 oder 20 Meter. Dieses tiefe Wurzelsystem ermöglicht der Rebe den Zugang zu Feuchtigkeit und Mineralien, die flach wurzelnden Pflanzen selbst in den trockensten Sommermonaten nicht zur Verfügung stehen.
Garnacha ist an diese Umgebung besonders gut angepasst. Sie ist von Natur aus trockenheitsresistent und gedeiht in warmen Klimazonen mit kargen Böden --- genau die Bedingungen, die das Priorat bietet. Das Ergebnis sind Trauben von geringer Größe, aber immenser Konzentration, die in jeder Beere die mineralische Signatur des Schiefers tragen.
Das Geschmacksprofil der Priorat-Garnacha
Garnacha aus dem Priorat ist anders als Grenache aus jeder anderen Region der Welt. Während die Traube andernorts oft mit weichen, fruchtigen, leicht trinkbaren Weinen assoziiert wird, verwandelt das Priorat sie in etwas weitaus Ernsthafteres und Komplexeres.
In der Nase erwarten Sie Aromen von reifen roten und schwarzen Kirschen, wilden Erdbeeren und getrockneten mediterranen Kräutern wie Rosmarin und Thymian. Oft findet sich eine unverwechselbare Note von warmem Stein oder nassem Schiefer --- ein direkter Ausdruck der Llicorella unter den Reben. Mit dem Alter entwickeln diese Weine Schichten von Leder, Tabak, balsamischen Noten und dunkler Schokolade.
Am Gaumen ist die Priorat-Garnacha vollmundig und dennoch bemerkenswert ausgewogen. Die Tannine sind fein und geschliffen statt aggressiv und verleihen Struktur ohne Schwere. Die Säure ist frisch und lebendig und verhindert, dass der Wein trotz Alkoholwerten von oft 14,5 bis 15,5 Prozent übermäßig warm wirkt. Der Abgang ist lang und mineralisch geprägt, manchmal über eine Minute anhaltend.
Diese Kombination aus Kraft und Eleganz, Frucht und Mineral, Wärme und Frische macht die Priorat-Garnacha zu einem der eigenständigsten Weinstile der Welt.
Alte Reben: Das Herzstück der Sache
Nicht jede Garnacha ist gleich, und im Priorat spielt das Alter der Rebe eine enorme Rolle. Jüngere Reben erzeugen angenehme Weine, doch es sind die alten Reben --- jene mit vierzig, sechzig oder achtzig Jahren Wachstum --- die die wahrhaft herausragenden Abfüllungen hervorbringen.
Alte Reben regulieren ihre Erträge auf natürliche Weise. Eine ausgereifte Garnacha-Rebe im Priorat produziert möglicherweise weniger als 500 Gramm Trauben pro Pflanze. Diese extreme Konzentration bedeutet, dass jede Beere voller Geschmack steckt und der resultierende Wein eine Dichte und Nachhaltigkeit besitzt, die jüngere Reben schlicht nicht erreichen können.
Die Wurzelsysteme alter Reben reichen zudem tiefer in die Llicorella hinein und nehmen ein breiteres Spektrum an mineralischen Nährstoffen auf. Deshalb zeigt alte Garnacha aus dem Priorat oft eine mineralische Komplexität, die über das hinausgeht, was Weine aus jüngeren Anlagen bieten.
La Mestressa: Unser Ausdruck der Garnacha
Bei Terra del Priorat ist unser La Mestressa ein purer Ausdruck dessen, was alte Garnacha-Reben in diesem außergewöhnlichen Terroir erreichen können. Hergestellt aus sorgfältig ausgewählten, von Hand gelesenen Trauben unserer ältesten Parzellen, fängt er die Essenz des Priorat in jedem Glas ein --- die Wärme der mediterranen Sonne, die mineralische Tiefe der Llicorella und die stille Intensität von Reben, die seit Generationen Trauben hervorbringen.
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